in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V.

Sie sind hier

Startseite

Gesellschaft für Virologie, Dezember 2016                                      Vollständiger Text als PDF


Die nonavalente prophylaktische HPV-Impfung


Ulrike Wieland, Nationales Referenzzentrum für Papillom- und Polyomaviren
Institut für Virologie, Uniklinik Köln, Fürst-Pückler-Str. 56, 50935 Köln
http://virologie.uk-koeln.de/nationales-referenzzentrum

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die prophylaktische HPV-Impfung sicher und effektiv bezüglich der
Verhinderung von anogenitalen Krebsvorstufen und Genitalwarzen, die durch die in den Impfstoffen
enthaltenen HPV-Typen verursacht werden, ist. In Ländern mit hohen Impfraten bei HPV-naiven Mädchen
sieht man bereits wenige Jahre nach Einführung der bi- oder quadrivalenten Impfung einen signifikanten
Rückgang der zervikalen HPV-Prävalenz, von zervikalen Krebsvorstufen, sowie von Genitalwarzen. Durch
Einsatz des nonavalenten Impfstoffes lassen sich noch weitergehende Reduktionen HPV-bedingter
Erkrankungen erreichen. Angesichts der niedrigen Impfraten in Deutschland sind weitere Anstrengungen zur
Erhöhung der HPV-Impfraten bei jungen Mädchen notwendig. Durch den geschlechtsneutralen und breiten
Einsatz der nonavalenten HPV-Impfung bei HPV-naiven Personen erscheint es möglich, HPV-bedingte
Erkrankungen (fast) zu eliminieren. Impfangebote für Jungen sollten deshalb ernsthaft in Betracht gezogen
werden.