in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V.

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Vorsitz:
Prof. Dr. Susanne Modrow
Inst. f. Med. Mikrob. u. Hyg.
Universität Regensburg
Franz-Josef-Strauss-Allee 11
93053 Regensburg
Tel: 0941 944 6454
Fax: 0941 944 6402
E-mail: susanne.modrow@klinik.uni-regensburg.de

Stellvertreterin:
Dr. med. Daniela Huzly
Universitätsklinikum Freiburg
Institut für Virologie
Hermann-Herder-Strasse 11
D-79104 Freiburg
Tel: 0761 203 6609
Fax: 0761 203 6603
E-mail: daniela.huzly@uniklinik-freiburg.de

Mitglieder:
Dr. Martin Enders, Stuttgart
Prof. Dr. Ioannis Mylonas, München
Prof. Dr. Annette Mankertz, Berlin
Prof. Dr. Markus Knuf, Mainz/Wiesbaden
Prof. Dr. Klaus Hamprecht, Tübingen
Prof. Dr. Karl-Oliver Kagan, Tübingen (seit 9/2016)
Prof. Dr. Thomas Mertens, Ulm
Prof. Dr. Hartmut Hengel, Freiburg (Präsident GfV e.V.)
Prof. Dr. Helmut Fickenscher, Kiel (Präsident DVV e.V.)
Prof. Dr. Heinz Zeichhardt, Berlin (stellvertr. Präsident DVV e.V.)

 

Fachausschuss „Virusinfektion und Schwangerschaft“ (GfVe.V./DVV e.V.) Tätigkeitsbericht 2017

1. AWMF-Leitlinie 0093/001: „Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen“

Die Leitlinie „Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen“ über die Homepage der AWMF (www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/093-001.html) aufgerufen werden. Eine allgemeine Empfehlung betrifft die Archivierung und Lagerung einer Serumprobe aus der Frühschwangerschaft für 24 Monate; sie soll als Referenzprobe zur diagnostischen Abklärung von Infektionsvorgängen und –erkrankungen während der Schwangerschaft und der Neonatalzeit dienen und genutzt werden. Zusammen mit den PräsidentInnen der GfV und des BÄMI wurde schriftlich beim G-BA beantragt, diese Maßnahme  in die Mutterschaftsrichtlinien aufzunehmen.

Bis zum Frühjahr 2019 sollte eine Überarbeitung und Neufassung der Empfehlungen erfolgen. Hierzu wurden etliche vorbereitende Gespräche geführt. Die Vorgehensweise wird im Rahmen einer Sitzung des Fachausschusses voraussichtlich im Frühjahr 2018 abgestimmt.

2. Novelle des Mutterschutzgesetzes mit Integration einer „Mutterschutzkommission "

Die Novellierung des Mutterschutzgesetzes wurde nach Anhörung der Fachgesellschaften/Verbände im April 2017 vom Bundestag beschlossen und wird zum 1.1.2018  Inkraft treten. In ihm ist die vom Fachausschuss wiederholt vorgeschlagene Mutterschutzkommission als Beratungsgremium zur wissenschaftsbasierten Einschätzung von Risiken durch Infektionserreger, Gefahrstoffe etc. verankert. Die Empfehlungen dieser Kommission sollen bundesweit gelten und künftig länderspezifisch unterschiedliche Regelungen vermeiden helfen.

Parallel wurden in der Gesetzesnovelle die Fragen zur entsprechenden Gefährdungen des Neugeborenen durch berufliche Risiken der stillenden Mutter neu formuliert und von denjenigen während der Schwangerschaft getrennt. Die Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsbehörden und –ämter der Länder baten, sich bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes um Vorschläge und Abstimmung der Regelungen, die den Umgang mit Risiken während der Stillzeit betreffen. Die zuständigen Referatsleiter und Mitarbeiter am BMFSFJ richteten deswegen eine „Ad-hoc-Kommission“ ein, die sich mit den entsprechenden Fragestellungen befassen soll und bat die Vorsitzende des Fachausschusses kurzfristig um Mitarbeit bzgl. der Einschätzung von infektiologisch bedingten Risiken für die betroffene Personengruppe. Nach Rücksprache mit den Präsidenten von GfV und DVV wurde dieser Bitte entsprochen und es wurde eine Stellungnahme zur Einschätzung der Gefährdung des Säuglings durch die berufliche Exposition der Mutter mit Infektionserregern verfasst. Die Einschätzungen fließen in ein Positionspapier ein, das derzeit am BMFSFJ verfasst wird und im Dezember 2017 mit den Behördenvertretern abgestimmt werden wird. 

3. Untersuchung der neugeborenen Kinder auf kongenitale CMV-Infektion

Im Herbst 2016 hatte sich aufgrund neuer Studiendaten und Veröffentlichungen sowie der mit Therapieangeboten (Valganciclovir) verbundenen Einführung eines gezielten cCMV-Neugeborenenscreening in mehreren Staaten der USA und Australiens die Notwendigkeit ergeben, diese Fragestellungen zu diskutieren. Unter Einbeziehung der Vertreterinnen und Vertreter der Fachgesellschaften (Virologie, Gynäkologie, Pädaudiologie, Pädiatrie, Perinatologie, Neonatologie, Neugeborenenscreening) wurden die Fragestellungen zusammen mit den CMV-erfahrenen Mitgliedern des Fachausschusses auf zwei Workshops in Frankfurt (14. Februar und 29. Mai 2017) intensiv diskutiert und besprochen. Es wurde im Kontext mit der AWMF-Leitlinie „Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen“ klargestellt, dass hier bereits eine labordiagnostische Abklärung der cCMV-Infektion gezielt bei denjenigen Neugeborenen empfohlen wird, die Symptome aufweisen, die mit einer cCMV-Infektion vereinbar sind.

Wegen der Möglichkeit einer antiviralen Therapie (Valganciclovir) bei cCMV-infizierten, erkrankten Neugeborenen wurde die Notwendigkeit gesehen, auch Empfehlungen für diese Aspekte zu erarbeiten. Dabei wurde es als sinnvoll angesehen, die Empfehlungen zur Diagnostik der CMV-Infektion bei Schwangeren und Neugeborenen mit denjenigen zur Therapie zu ergänzen. Da folglich neben der virologischen die zusätzliche Expertise entsprechend klinisch erfahrener Pädiater, Neo- und Perinatologen, Pädaudiologen etc. benötigt wird, wurde die Abfassung einer separaten Leitlinie ins Auge gefasst, welche neben der Diagnostik bei Schwangeren, Neugeborenen und Kindern auch die Möglichkeiten zur Prävention und Therapie der cCMV-Infektion umfasst. Diese Vorgehensweise wurde mit den einzubeziehenden Fachgesellschaften besprochen und die Präsidentinnen und Präsidenten wurden um die Benennung von Delegierten gebeten. Nach Rücksprache mit der Vorsitzenden der Kommission für Leitlinien (Prof. Dr. Barbara Schmidt) und dem Präsidenten der GfV (Prof. Dr. H. Hengel) wurde die Erstellung der Leitlinie „Diagnostisches und therapeutisches Management der Zytomegalievirus-Infektion bei Schwangeren, Neugeborenen und Kindern“ bei der AWMF (0093-003) im November 2017 neu angemeldet; es wird angestrebt, ihre Erstellung bis Ende 2018 abzuschließen. 

Als eine erste Maßnahme wurde von den Delegierten der Fachgesellschaften ein Manuskript verfasst, welches die aktuelle Leitlinienempfehlung zur diagnostischen Abklärung der cCMV-Infektion bei Neugeborenen im Detail erklärt. Es wurde mit einer detaillierten Auflistung der potentiell zu erwartenden Symptome und den derzeitig möglichen und verfügbaren Therapieoptionen bei Neugeborenen ergänzt. Dieses Manuskript wurde mit den Präsidien der beteiligten Fachgesellschaften abgestimmt und soll als offizielle Stellungnahme in den Fachzeitschriften der kinder- und frauenärztlichen sowie der mikrobiologisch-labordiagnostischen Fachzeitschriften veröffentlicht werden.

4. Sitzung des Fachausschusses

Aufgrund der vielfachen Treffen und Aktivitäten der Mitglieder des Fachausschusses war es terminlich nicht möglich, eine gesonderte Sitzung zu organisieren. Es fand jedoch ein wiederholter und intensiver Austausch über E-Mail und Telefonkontakte statt. Im Frühjahr 2018 wird jedoch eine Sitzung, möglicherweise in Anbindung an eines der Leitlinientreffen oder an die GfV-Jahrestagung angestrebt.

November 2017                       Susanne Modrow