in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V.

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Vorsitz:
Prof. Dr. Dieter Glebe
Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut für Medizinische Virologie
Frankfurter Str. 107
35392 Gießen
Tel: +49 641 99 41203
Fax: +49 641 99 41209

E-mail: dieter.glebe@viro.med.uni-giessen.de

Mitglieder
Priv. Doz. Dr. Johannes Blümel, Langen
Dr. Joachim Denner, Berlin
Priv. Doz. Dr. Eike Steinmann, Hannover

 

Bericht über die Tätigkeit des GfV/DVV-Fachausschusses „Virussicherheit bei Transfusion und TX“ (Stand: November 2016)

1. Kommissionsmitglieder
Die Kommission besteht zurzeit aus folgenden Mitgliedern:
PD Dr. Johannes Blümel, PEI, Langen
Prof. Dr. Joachim Denner, RKI, Berlin
Prof. Dr. Dieter Glebe, JLU, Gießen (Vorsitz)
PD Dr. Eike Steinmann, Twincore, Hannover

2. Aufgabenfelder
Diese GfV/DVV-Kommission setzt sich mit allgemeinen und speziellen Problemen der Virussicherheit bei Transfusionen und TX auseinander, und erstellt Empfehlungen zu aktuellen Aspekten der Virussicherheit. Dies erfolgt im engen Kontakt mit den entsprechenden Fachgesellschaften, Expertengremien, dem RKI und dem PEI.

3. Aktuelle Themen und neue virale Bedrohungen
Im Fokus der Diskussion stand wiederum die Bedeutung des Hepatitis-E-Virus (HEV) bei der Transplantation und insbesondere der Xenotransplantation. Herr Denner berichtete aus seiner neuen Studie zum Screening von Göttinger „Minipigs“ im Kontext der Möglichkeiten der Xenotransplantation (Morozov et al., PLos One 2015 Oct 14;10(10):e0139893). Diese Zuchten sind in der Vergangenheit negativ auf sehr viele Xenotransplantations-relevante Erreger getestet worden, nur eben noch nicht auf HEV. In der Studie wurden Göttinger Minipigs  neben  HEV  auch  auf  Anwesenheit  von  89  verschiedene  Erreger  getestet (relevante Bakterien, Viren, Pilze). Alle Tests zeigten die Abwesenheit der genannten Erreger mit Ausnahme von HEV. HEV wurde in einzelnen Jungtieren, Muttersauen kurz nach der Geburt und in Neugeborenen bei einzelnen Würfen detektiert. Dies scheint ein Hinweis auf eine mögliche vertikale Transmission des Virus in Schweinen zu sein. Durch eine Behandlung der Tiere (z.B. mit Ribavirin) oder einem HEV-spezifischem Impfstoff sollten solche Bestände aber auch HEV-negativ gehalten werden können. Zusammenfassend zeigt die Studie, dass Göttinger Minipigs unter SPF-Bedingungen und unter Beachtung einer möglichen HEV-Infektion eine geeignete Quelle für die Xenotransplantation sein könnte.

Eine GfV/DVV-Stellungnahme/Positionspaper speziell zu HEV und Xenotransplantation wurde diskutiert und sollte sich auf die künftige Stellungnahme der Internationalen Gesellschaft für Xenotransplantation beziehen.

In einer fachspezifischen Anfrage von Herrn Prof. Dr. Mertens an die Kommission zum Entwurf der „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von  Blutprodukten  (Richtlinie  Hämotherapie)“  vom  31.03.2016  hat  die  Kommission  am 17.06.2016 vorgeschlagen, dass sich die Bundesärztekammer in einer Überarbeitung der Querschnittsleitlinien (BÄK) zur Hämotherapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten ähnlich wie mit der Problematik der Übertragung von CMV und Parvovirus B19 auf Risikopatienten auch mit dem Übertragungsrisiko des Hepatitis-E-Virus (HEV) auf Risikopatienten befasst.

Gießen, 15.11.2016

Prof. Dr. Dieter Glebe

Relevante Literatur (von Kommissionsmitgliedern):
Morozov VA, Morozov AV, Rotem A, Barkai U, Bornstein S, Denner J. 2015. Extended Microbiological  Characterization  of  Göttingen  Minipigs  in  the  Context  of Xenotransplantation: Detection and Vertical Transmission of Hepatitis E Virus. PLoS One.

2015 Oct 14;10(10):e0139893. doi: 10.1371/journal.pone.0139893. eCollection 2015.