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Nachruf zum Tode von Professor Reinhard Kurth

Quelle Frank Ossenbrink/Robert Koch-Institut

Am 2. Februar 2014 verstarb der Virologe und Arzt Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Kurth nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren. Er war ein frühes Mitglied der Gesellschaft für Virologie (GfV).

Reinhard Kurth verschrieb sich nach seiner Approbation zum Arzt zunächst ganz der virologischen Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Immunbiologie und Pathogenese von Retroviren. Als zu Beginn der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts ein humanes Retrovirus (HIV) als Erreger von AIDS identifiziert wurde, hat sich Reinhard Kurth damals als Leiter der Abteilung Virologie des Paul Ehrlich-Instituts mit großem Engagement auch in die Arbeit der klinischen Virologie und der Bekämpfung der Viruskrankheiten eingebracht und maßgeblich an der schnellen Etablierung der ersten Teste zum Nachweis von HIV-Infektionen mitgewirkt.
Im Rückblick lässt sich wohl sagen, dass dies der Moment in seinem Leben war, der ihn hinlenkte zu seiner herausragenden Tätigkeit als wissenschaftlich geprägter Gestalter im Gesundheitssystem, der "Public Health eben nicht als Etikett, sondern als wissenschaftliche Herausforderung gesehen hat" - wie Joachim Müller-Jung es in seinem Nachruf in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung formulierte.
In diesem Sinne hat Reinhard Kurth als Virologe zunächst in seiner Eigenschaft als Präsident des Paul Ehrlich-Instituts, dann als Präsident des Robert Koch-Instituts diese Bundesinstitute im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit strukturiert, geleitet und bis weit in die Zukunft hinein geprägt.
Reinhard Kurth war es aber auch immer ein wichtiges Anliegen, die Bevölkerung umfassend und mit verständlichen Worten zu unterrichten, in Krisensituationen aufzuklären und durch kompetente Information zu beruhigen. Wie kein anderer hat er die gesundheitspolitischen Aspekte der Virologie nach außen getragen und ihnen die angemessene Wahrnehmung verschafft.
Die beiden virologischen Fachgesellschaften, die Gesellschaft für Virologie und die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) hatten in ihm immer einen hervorragenden, verständigen und verlässlichen Partner, wenn es um die Belange der wissenschaftlichen und klinischen Virologie ging und zollen ihm großen Dank und Anerkennung.