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Die Gesellschaft für Virologie trauert um
Herrn Professor Dr. Axel Rethwilm
Axel Rethwilm, Inhaber des Lehrstuhls für Virologie an der Universität Würzburg, ist in der Nacht zum 29. Juli im Alter von nur 54 Jahren verstorben.

Geboren wurde Axel Rethwilm am 3. August 1959 in Bielefeld. Er studierte Humanmedizin an der Universität Freiburg. Nach seiner Promotion begann er 1985 in der Abteilung Virusforschung am DKFZ Heidelberg seine wissenschaftliche Laufbahn. Im Jahr 1987 wechselte er an das Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg. Die Habilitation im Fach Virologie folgte 1992 und seine Berufung zum C3-Professor für Retrovirologie im Jahre 1995. Von 1998 bis 2003 war er Direktor des Instituts für Virologie der Technischen Universität Dresden. Anschließend übernahm er den Lehrstuhl für Virologie des Instituts für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg.
Axel Rethwilm widmete sich zunächst den Foamyviren. Ihm gelang die erste molekulare Klonierung und Charakterisierung eines Foamyvirusgenoms. Es schlossen sich wegweisende wissenschaftliche Arbeiten zu verschiedenen Aspekten des Infektionszyklus von Foamyviren an, unter anderem zu Infektionsvorgang und Tropismus, zur Replikation des viralen Genoms und zum Zusammenbau des viralen Partikels. Daneben entwickelte Axel Rethwilm schon sehr früh ein besonderes wissenschaftliches Interesse hinsichtlich der Entwicklung und Verwendung von Foamyviren als Vektorplattform für Anwendungen im Rahmen der somatischen Gentherapie.
Virologische Grundlagenwissenschaft, anwendungsorientierte Forschung und auch klinisch virologische Aspekte, machten ihn zu einem international sehr anerkannten Wissenschaftler und Hochschullehrer.
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses war ihm sehr wichtig. Dabei lag ihm besonders die Kooperation mit Universitäten in Afrika und die Nachwuchsförderung dort am Herzen. Er war Sprecher des ersten deutsch-afrikanischen Graduiertenkollegs, in dem herausragende Nachwuchsforscher aus Deutschland und Afrika am Thema „HIV, AIDS und damit assoziierte Infektionskrankheiten“ arbeiteten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte das Kolleg seit 2008.
Axel Rethwilm war ein, auch im Beirat unserer Gesellschaft, sehr aktives Mitglied der GfV. Alle, die ihn persönlich kannten, schätzten seine stets aufrichtige, unkonventionelle, diskussionsfreudige und dabei stets freundliche Art.
Wir nehmen Abschied von einem hervorragenden Wissenschaftler, und hochgeschätzten Kollegen und Freund.
Die Beisetzung seiner Urne erfolgt am 26.September um 13:oo Uhr auf dem Waldfriedhof in Würzburg.