in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V.

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Leiter:
Dr. Gisa Gerold
gisa.gerold@twincore.de
TWINCORE -
Institute of Experimental Virology
Feodor-Lynen-Str. 7
30625 Hannover
Germany
Tel.: +49 51 220027-134


Dr. Pierre-Yves Lozach
pierre-yves.lozach@med.uni-heidelberg.de
Department of Infectious Diseases, Virology University Hospital Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 324
69120 Heidelberg
Germany

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Bericht des  Arbeitskreises  „Zellbiologie von Virusinfektionen“ für das
Jahr 2016
In diesem Jahr haben wir, Dr. Claudia Claus und Dr. Steeve Boulant, das 15. Treffen des Arbeitskreises „Zellbiologie von Virusinfektionen“ organisiert. Das Treffen fand vom 2. bis 4. November mit 43 Teilnehmern aus Deutschland und Frankreich (Université Bordeaux) im Kloster Schöntal statt. Dieser Tagungsort im Jagsttal in Nordwürttemberg hat uns wie auch in den beiden vorangegangenen Jahren viel Raum für ein geselliges Zusammenkommen mit intensivem Gedanken- und Erfahrungsaustausch gegeben. Dies war nun auch schon das letzte Treffen des Arbeitskreises, das von uns organisiert wurde. Unsere Nachfolger wurden einstimmig gewählt, Frau Dr. Gisa Gerold (Twincore, Institut für Experimentelle Virologie, Hannover) und Herr Dr. Pierre-Yves Lozach (Department für Infektiologie, Virologie,
Universitätsklinikum Heidelberg) werden für die kommenden drei Jahre die Leitung des Arbeitskreises übernehmen.
In diesem Jahr lag der thematische Schwerpunkt auf „Revolutionizing Cell Biology Tools for Virology“. Vier Keynote-Vorträge haben die Präsentationen der Arbeitskreis-Teilnehmer eingerahmt, die in drei Workshop Sessions eingeteilt waren: „Virus-Host Interactions“, „Virus Entry“ und „Antiviral Response“. Jochen Guck ist Professor für Zelluläre Maschinen am Biotechnologischen Zentrum der Technischen Universität Dresden und besitzt den Ruf, einer der besten und innovativsten Forscher auf dem Gebiet der Biophysik zu sein. Er hat den Arbeitskreis mit seinem Vortrag „Feeling for cell function – mechanical phenotyping at 1000 cells/sec“ eröffnet. Prof. Guck hat uns u. a. als relativ neue und sehr vielversprechende Methode die Real-Time Deformability Cytometry (RT-DC) vorgestellt, die eine mechanische Charakterisierung von Zellen mit einer hohen Durchsatzrate ermöglicht. Die Biomechanik von Zellen kann nicht nur zur Charakterisierung von Zellpopulationen genutzt werden, sondern spiegelt sowohl physiologische als auch pathologische Veränderungen wieder, die eine Zelle durchlaufen hat.
Prof. Dr. Khalid Salaita von der Emory University in Atlanta, USA hat uns mit seinem Vortrag „Molecular tension sensors show that T cells use a mechanical handshake for antigen sensing“ interessante Ansatzpunkte zur mechanischen Signalgebung in Zellen gegeben. Der sogenannte mechanische Handschlag umschreibt die Kräfte, die während der Interaktion von Zellen entstehen und verschiedene biochemische Signalwege steuern können. Prof. Salaita hat uns u. a. mit der molecular tension fluorescence microscopy (MTFM) Möglichkeiten vorgestellt, die Stärke dieser mechanisch/physikalischen Interaktionen zu messen. Über MTFM können Kräfte detektiert werden, die z. B. von Oberflächenrezeptoren ausgehen und im pN Bereich zu finden sind. Die hierbei eingesetzten nanopartikulären Trägersysteme basieren auf einem Liganden, der mit einer Art flexiblen Feder (Haarnadel-förmige DNA Strukturen, Proteine oder auch Polymere) verbunden und von Fluorochromen umgeben ist. Diese Trägersysteme besitzen eine hohe Sensitivität und generieren ein Fluoreszenzsignal, sobald Kräfte im pN Bereich appliziert werden. Matthias Gunzer von der Universität Duisburg-Essen hat die Professur für in vivo Mikroskopie inne und leitet das Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung am Universitätsklinikum Essen. Er ist mit seiner Forschung an der Physiologie und dem Wanderungsverhalten von Immunzellen interessiert, insbesondere von neutrophilen Granulozyten. Prof. Gunzer konnte mit seinem Vortrag „Cellular immune response to infectious and sterile inflammation in mice and humans“ die Möglichkeiten der intravitalen 2-Photonenmikroskopie in beeindruckender Weise veranschaulichen. Über die Lichtblattmikroskopie (light sheet microscopy) können Zellen innerhalb verschiedener Organe wie der Lunge mit hoher Auflösung dargestellt werden. So ist der Arbeitsgruppe um Prof. Gunzer die automatisierte Bestimmung der absoluten Zahl der Glomeruli in der Niere einer Maus gelungen. Dr. Kem Sochacki vom US National Institutes of Health, Bethesda, Maryland, USA hat am Freitag den Arbeitskreis mit ihrem Vortrag „Mapping the architecture of clathrin coated pits with CLEM“ gestartet. Sie konnte uns von der Anwendung der korrelativen Licht- und Elektronenmikroskopie (CLEM) zur Charakterisierung von clathrin-coated pits berichten. Sie kombiniert super-auflösende Fluoreszenzmikroskopie mit Transmissionselektronenmikroskopie von Metallreplikaten, um so Proteine auf der Oberfläche der Plasmamembran im Nanoscalebereich darzustellen.
Auch in diesem Jahr haben wir einen Preis für den besten Studentenvortrag vergeben. Frau Marta Fratini aus der Arbeitsgruppe von Dr. Steeve Boulant vom DKFZ in Heidelberg hat die Teilnehmer des Arbeitskreises mit dem Vortrag „Nanoscale approaches to characterize the dynamic and biophysical determinants of receptor-mediated virus internalization“ überzeugt. Der Preis ist mit einer kostenlosen Registrierung für das Treffen des Arbeitskreises im kommenden Jahr verbunden.
Wir möchten uns bei der GfV sowohl für die finanzielle als auch die immaterielle Unterstützung bedanken, ebenso bei der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ) und der Chica und Heinz Schaller (CHS) Foundation. Unser ganz besonderer Dank gilt  natürlich den Teilnehmern für den stetigen Gedankenaustausch und die vielen Diskussionsbeiträge, die den Workshop unglaublich bereichern. Weitere Informationen und in Fotografien festgehaltene Eindrücke befinden sich auf der Website des Arbeitskreises (http://www.gfv-cellviro.de). Dort werden dann auch Informationen zu dem Treffen des Arbeitskreises im kommenden Jahr zu finden sein, was vom 8. bis 10. November 2017 im Kloster Schöntal stattfinden wird. Schließen möchte ich diesen Bericht mit einem Zitat von Richard Feynman (The Feynman Lectures on Physics, Vol. I, Chapter 35), was Herr Prof. Guck in seinem Vortrag verwendet hat. Es spiegelt nicht nur den Grundgedanken der Biophysik, sondern auch den Hintergrund dieses Arbeitskreises wunderbar wieder:
„We make no apologies for making these excursions into other fields, because the separation of fields, as we have emphasized, is merely a human convenience, and an unnatural thing. Nature is not interested in our separations, and many of the interesting phenomena bridge the gaps between fields.”

 


 

14th Annual Cell Biology of Virus Infection workshop:
Picture of the conference attendees


The workshop was held from September 30th- October 2nd and was a great success. Our participants greatly enjoyed our four keynote speakers and learned a lot about cell death and its role in cancer, and inflammation. We also had fantastic talks from our student and post-doctoral participants. Overall, we have received very positive feedback from all who attended.

Best regards,
Steeve Boulant and Claudia Claus