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Ralf Bartenschlager erhält höchste medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung der USA

 

Ralf Bartenschlager, Leitender Direktor der Abteilung für Molekulare Virologie am Zentrum für Infektiologie, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg, , wird gemeinsam mit seinen Kollegen Professor Charles Rice, Rockefeller University, New York, und Dr. Michael Sofia, Arbutus Biopharma, USA, mit dem Lasker~DeBakey Award für klinisch-medizinische Forschung für ein Replikationssystem  von HCV in Hepatozytenkulturen ausgezeichnet. Der Lasker-Award, den die New Yorker Lasker-Foundation jährlich in drei Kategorien vergibt, ist die höchste medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung in den USA und gilt auch als inoffizieller "amerikanischer Medizin-Nobelpreis". Er ist mit 250.000 US-Dollar dotiert. Die feierliche Verleihung des Awards findet am 23. September 2016 in New York statt.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit etwa 130 Millionen Menschen an einer chronischen Infektion mit Hepatitis C-Viren (HCV). Die chronische Hepatitis  zerstört Hepatozten  verursacht eine  Leberzirrhose und ein Primäres Hepatozelluäres Carzinom (HCC). 1999 gelang es der Arbeitsgruppe um Ralf Bartenschlager erstmals, das Hepatitis C-Virus im Labor in leicht veränderter Form in Leber-Zellen zu vermehren. Mit diesem Zellkultursystem war die Voraussetzung für die Entwicklung und Testung   hochwirksamer Medikamente geschaffen. Heute ist bei mehr als 95 Prozent der Patienten mit chronischer Hepatitis C eine Heilung möglich.

Ralf Bartenschlager startete seine wissenschaftliche Laufbahn kurz nachdem 1989 das Hepatitis C-Virus erstmals genetisch beschrieben wurde. Nach seiner Promotion am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg im Labor von Heinz Schaller wechselte er 1991 in die Pharmabranche und startete mit seiner Forschung zu HCV, die er ab 1994 am Universitätsklinikum Mainz weiterführte. In langjähriger und mühevoller Kleinarbeit entwickelte er gemeinsam mit seinem Kollegen Volker Lohmann die erste Methode zur zuverlässigen Vermehrung von HCV in menschlichen Leberzellkulturen. Damit war es erstmals möglich, die molekularen Eigenschaften der Viren zu studieren, potentielle Medikamente zu testen und neue Angriffsziele für antivirale Therapien zu entwickeln, wie beispielsweise gegen das Virus-Protein NS5A, das heute eines der Hauptangriffsziele moderner Therapien ist.

Ralf Bartenschlager übernahm 2002 die Chica und Heinz Schaller Stiftungsprofessur "Molekulare Virologie" an der Medizinischen Fakultät und am Universitätsklinikum Heidelberg Seit 2014 leitet er den Forschungsschwerpunkt Infektion, Entzündung und Krebs am Deutschen Krebsforschungszentrum..   Ralf Bartenschlager,ist  in den letzten Jahren mit einer Reihe von Preisen  u.a. mit dem Lautenschläger-Forschungspreis und dem Robert-Koch-Preis ausgezeichnet worden . Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Von Beginn an ist er Mitglied im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und dem Heidelberger Exzellenzcluster "CellNetworks". Zudem ist er Sprecher des 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligten transregionalen Sonderforschungsbereichs 179 "Ursachen der Ausheilung bzw. Chronifizierung von Infektionen mit Hepatitisviren". Darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren ein weiteres wissenschaftliches Standbein: Er erforscht u.a. das Dengue-Virus, mit dem sich jährlich weltweit rund 390 Millionen Menschen infizieren und gegen das es bisher noch keinen effizienten Impfstoff und  keine gezielte Therapie gibt.

 Weitere Informationen unter

www.lasker-bartenschlager.de