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Juni 2015

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Prof. Dr. Jürgen Schneider-Schaulies Institut für Virologie und Immunbiologie Universität Würzburg Versbacher Str. 7 97078 Würzburg Germany
Die Masern können mit schwerwiegenden akuten Komplikationen, mit Sekundärinfektionen infolge einer Masernvirus-induzierten Immunsuppression und mit viel später auftretenden Komplikationen einhergehen. Vor allem Kleinkinder tragen ein hohes Risiko, noch Jahre nach der Infektion an der tödlichen subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) zu erkranken. Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Risiko für Kleinkinder deutlich höher ist als bisher angenommen. Eine spezifische Therapie ist nicht verfügbar, jedoch verhindert die Impfung auch die Entstehung der SSPE. Dazu kommt nun ein weiterer eindeutiger Befund: Die Impfung schützt auch in industrialisierten Ländern nicht nur vor Masern, sondern wahrscheinlich auch vor einem Masern-induzierten Verlust des immunologischen Gedächtnisses und verbessert dadurch anhaltend die Immunantwort gegenüber anderen Infektionen.