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Mit Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Ralph Grassmann haben die Virologen eine Kollegen verloren, der in einzigartiger Weise vorgelebt hat, wie ein erfolgreicher, international hoch angesehener Wissenschaftler durch seine menschlichen Qualitäten überzeugt. Alle, die mit ihm sprachen, waren immer von seiner freundlichen Offenheit und Ehrlichkeit positiv berührt und sind heute von tiefer Trauer erfüllt. Ralph Grassmann studierte Biologie in Erlangen, und war einer der Besten seines Jahrgangs. Er kam 1982 in die Arbeitsgruppe von Prof. Herbert Pfister, wo er eine Diplomarbeit über die Genexpression von Papillomviren in verschiedenen Krebsformen der Haut schrieb. Diese Diplomarbeit war der Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn als Tumorforscher. Wegweisend für seine Doktorarbeit wurde die Begegnung mit Prof. William Haseltine in Boston, der sich das Ziel gesetzt hatte, die einzelnen Gene des menschlichen T-Zell-Leukämievirus funktionell zu differenzieren. So erwarb Ralph Grassmann durch seine Promotion die Anerkennung als international bekannter Retrovirus-Forscher und Onkologe.
Er erhielt viele Auszeichnungen. Erwähnen möchte ich den Robert-Koch-Förderpreis, den Ralph Grassmann im September 1997 erhielt. Ralph Grassmann wurde im März 2000 zum Professor ernannt. Gegen Ende des Jahres 2000 übernahm er Verantwortung für die gesamte Medizinische Fakultät in Erlangen, indem er das Amt des Forschungsreferenten übernahm. Seine Arbeitsgruppe trug wesentlich zum Erfolg des Nationalen Referenzzentrums für Retroviren an unserem Institut bei.
Nur wenige erfolgreiche Forscher haben eine so positive Aura wie Ralph Grassmann. Er war immer freundlich, direkt, unkompliziert, pflichtbewußt und verantwortungsvoll gegenüber denen, die sich auf ihrem Weg in die Forschung ihm anvertraut hatten. Sein Tod ist ein Verlust für die weltweite Forschung über menschliche Leukämieviren.