in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V.

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13. Workshop des Arbeitskreises „Klinische Virologie“
15. – 16.11.2019
GHotel Würzburg


Eröffnet wurde der diesjährige Workshop wurde mit einer Keynote von Ilka Engelmann (Lille) zum Thema „Harmonisierung der Viruslastmessung am Beispiel CMV und EBV: unerlässlich oder utopisch?“, in der sie sehr eindrucksvoll die im Laboralltag vorhandene Herausforderung der Testharmonisierung und Standardisierung anhand von Beispielen darstellte. Auch in Zeitalter von internationalen Standards und Ringversuchen ist die inter-Labor Vergleichbarkeit nach wie vor ein Problem. Insbesondere wenn hinzukommt, dass sehr unterschiedliche Probenmaterialien (Plasma, Vollblut, Urin, etc.) verwendet werden, die zur Verfügung stehenden Standards und Ringversuche aber auf artifiziellen Proben (z.B. Zellkulturüberständen) basieren. Dies trifft insbesondere für die CMV- und EBV-Diagnostik zu. Zusätzlich ergibt sich die Problematik unterschiedlicher Genotypen, die ggf. von den verwendeten Testsystemen ungleichförmig erkannt werden. Frau Engelmann stellte fest, dass insbesondere die Nukleinsäure-Extraktion hierauf einen sehr großen Einfluss nimmt. Die in vielen Leitlinien getroffene Empfehlung, z.B. für den Start einer (präemptiven) Therapie bestehende Schwellenwerte für die Viruslasten im jeweiligen Zentrum mit dem untersuchenden Labor abzustimmen, ist also sehr wichtig, stellt aber die Labore vor eine große Herausforderung, da sich die Referenzmaterialien sehr unterschiedlich verhalten können.

Als Konsiliarlabor für HSV und VZV bietet das Institut für Virologie des Uniklinikums Freiburg genotypische und phänotypische Resistenztestungen an. Marcus Panning (Freiburg) stellte diesen für die konsiliarische Beratung wichtigen Aspekt in einem Übersichtsvortrag zum Thema: „Resistenztestung bei HSV- und VZV-Infektionen: Wann, warum und womit?“ dar.

Wie jedes Jahr gab es zudem eine Reihe von Kurzvorträgen zur Epidemiologie, diagnostischen Herausforderungen und Infektionsverlauf von Virusinfektionen, sowie spannende Fallberichte. Diese befassten sich mit eher klassischen Fragestellungen z.B. zu CMV- oder Enterovirusinfektionen aber auch mit aktuellen Themen wie beispielsweise der HEV-Testung von Blutspendern oder dem latenten HIV-Reservoir bei Patienten unter HIV-PrEP. Wie immer waren auch der Vergleich und die Verbesserung diagnostischer Methoden ein wichtiger Programmpunkt des Workshops, z. B. durch Beiträge zur methodischen Optimierung der Berechnung pathogenspezifischer Liquor/Serum Q-Werte, der Etablierung eines in-cell-ELISA-basierten Assay zur Messung neutralisierender Tollwut-Antikörper und einem Testvergleich des QIAStat Dx mit dem FTD-Test zur Panel-Testung respiratorischer Erreger.

Der diesjährige Workshop fand erstmals nicht im Schloss Zeilitzheim sondern sehr zentral im GHotel in Würzburg statt. Dieser neue Tagungsort wurde von den Teilnehmern sehr positiv bewertet, da die Anreise weitaus unkomplizierter sei. Die damit verbundenen etwas höheren Übernachtungskosten sowie Teilnahmebeiträge wurden in diesen Zusammenhang ebenfalls durch die Teilnehmer als akzeptabel bewertet.
So lag die Teilnehmerzahl am diesjährigen Workshop mit 35 Teilnehmen deutlich über der Zahl von letztem Jahr, was uns bestärkt mit dem Konzept eines zentralen Tagungsortes weiterzumachen. Für 2020 ist daher angedacht, das GHotel als Tagungsort wieder zu wählen.

Der nächste Workshop findet am 20. und 21. November 2020 in Würzburg statt.

Albert Heim wird in Zukunft für die Organisation des Arbeitskreises nicht mehr zur Verfügung stehen. Wir danken ihm für seine langjährige tatkräftige Unterstützung und kündigen hiermit an, am nächsten Workshop seine Position zur Wahl zu stellen. Interessenten/Vorschläge bitte melden an Annemarie.Berger@em.uni-frankfurt.de oder tina.ganzenmueller@med.uni-tuebingen.de.
Wir danken allen Teilnehmern für ihre wertvollen Beiträge und Anregungen und besonders der GfV für die großzügige Unterstützung unseres Arbeitskreises.

Für den Arbeitskreis

Albert Heim            Annemarie Berger           Tina Ganzenmüller


Der Bericht als PDF